Mit ‘Agnes Domke’ getaggte Artikel

FernOst FernWest Weisheit

Dienstag, 01. August 2006

„FernOst FernWest Weisheit“ Installation und Performance im August 2006 im UMA Museum in Ulan Bator, Mongolei / Gemeinschaftsarbeit mit Christian Richter

UB 13

Diese Installation und Performance waren der Versuch, die uns so fremde und faszinierende mongolische Kultur dadurch zu verstehen, dass wir uns ihr anverwandelten. Durch die Magie einer besonderen und geselligen Situation beabsichtigten wir, aus Gesprächen in kurzer Zeit eine große Menge fernöstlicher Weisheit zu extrahieren.

Fotos: Rasmus Kjellberg, Agnes Domke

Wir bauten eine Jurte aus Draht und mongolischen Tagesszeitungen. Wir bemalten Pappkartons im Stile der von den mongolischen Nomaden benutzten Holztruhen. An die Wände hängten wir selbst gefertigte Familienerinnerungsbilder und legten auf dem Boden lokaltypische Seiden- und Baumwollstoffe sowie Sitzkissen aus. Der Gemütlichkeit weiterhin zuträglich, stellten wir einen Teekocher und ein Tischchen hinein, auf dem Hartkäse und Süßigkeiten in einer Schale angeboten wurden.
Wir kleideten uns jeweils in eine europäische und eine asiatische Tracht und luden während unserer mehrstündigen Performance Gäste zum Tee in unsere Jurte ein. In den Gesprächen mit ihnen versuchten wir näher an einen Kern mongolischer Weisheit zu gelangen.
Überraschenderweise lasen viele Besucher die Wände unserer Jurte, bevor sie eintraten.

Materialien: Draht, Zeitungspapier, Pressspanplatte, Pappe, Seiden- und Baumwollstoffe, Geschirr, Reitstiefel, Hartkäse, Süßigkeiten

Die Letzte Tür

Montag, 02. Januar 2006

„Die Letzte Tür“, Installation und Performance im Januar 2006 in der Alten Moschee Kreuzberg in Berlin/ Gemeinschaftsarbeit mit Christian Richter

Letzte Tür 10

Diese Aktion fand am Ausgang des Winters statt und war dazu gedacht, den Tod in sich selbst zu überwinden. Man entledigt sich eines inneren Ballasts und schreitet in nicht ganz ungehinderter Art durch eine Tür. Durch diesen Prozess geläutert, betrachtet man die Welt dahinter mit ganz anderen Augen.

Fotos: Derek Szteliga

Eine Tür wurde zum Ausgangspunkt für meine Installation. Dort fand eine Art Abfertigung durch einen Engel (Christian Richter) und den Tod (durch mich verkörpert) an einer fiktiven letzten Tür statt. Die Leute werden gefragt, ob sie vielleicht einmal probeweise durch diese eine letzte Tür gehen möchten. Zur Beruhigung wird ihnen versichert, dass eine Wiederkehr jederzeit möglich ist. Sie müssten nur vorher einen kleinen Fragebogen ausfüllen, ihn im Sand vor der Tür vergraben um dann die Tür zu passieren. Der Engel wünscht ihnen noch glückliche Reise. Sie passieren die Tür und verfangen sich dahinter in einem Labyrinth aus weißen Tüchern um sich daraufhin mitten im nächtlichen Kreuzberg wieder zu finden (der jenseitigen Welt). Ihnen durch die Scheibe freundlich zuwinkend begleitet sie der Tod auf dem Weg zur Eingangstür zurück und alles kann noch einmal von vorn losgehen.

Materialien: Stoffe, Sand, Papier, Rollschuhe, Tisch und Stuhl

Ort/Rahmen:  Gruppenausstellung „A very public display“ in der Alten Moschee in Berlin- Kreuzberg

Ein Gebäude aus den Achtziger Jahren, das vormals eine Moschee war, liegt im Herzen Kreuzbergs in einem Schmuddelbezirk, wo es viele Einwanderer, Händler, Drogensüchtige und Kriminelle gibt, aber auch Studenten und Revolutionstouristen. Auf den Straßen ist immer eine Menge los.
Das Gebäude hat Zugänge von mehreren Seiten. Meine Installation befand sich in einem Saal auf der ersten Ebene, die über Treppen von der Straße und von der Rückseite des Gebäudes  her erreichbar war. Der Saal maß im Durchmesser etwa 15m und bestand rundum aus Glaswänden. Der Boden war mit blauem Teppich bespannt.