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Liebster in Rot

Sonntag, 21. Oktober 2007

„Liebster in Rot“ Installation und Performance, Oktober 2007,
La Farinera del Clot, Barcelona

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In den Mehltransportschächten der ehemaligen Mühle ist der Hort einer gierigen Matrone, die sich immer wieder selbst erneuert durch den Konsum von dunkeläugigen jungen Männern, die alle einem einzigen ähnlich sehen, einem, den sie nicht vergessen kann. Ich bin diese Matrone und mache eines Abends meine Runde in der Mühle und spreche junge Männer an: Kennen Sie diesen Mann hier (ich zeige ihnen eine Photokopie eines alten spanischen Gemäldes)? Kennen Sie jemanden, der ihm ähnlich sieht? Können Sie mir seine Adresse geben? Ja? Welche Eigenschaften hat er? Nein? Oder vielleicht Ihre eigene Adresse…?

Fotos: Leo Cayuela

Die Performance basiert auf dem Serenadamythos, bei dem es um die Opferung eines Helden als Bullen und seine Wiedergeburt und erneute Vermählung mit der Serenada geht.
Ich trage eine katalanische Volkstracht und spreche junge Männer wie oben beschrieben an, ich sammle ihre Adressen als Identitäten, in der Hoffnung, dass sie selbst der Nachfolger des Mannes auf dem Gemälde sein könnten. Ich schreibe jedem von ihnen eine sehr einnehmende Postkarte, erhalte aber von keinem einzigen Antwort.

Materialien: Photokopien, Fotos, Stoff, Schnur, Schaumstoff

Blut

Sonntag, 03. Juni 2007

“Blut (Worüber sprechen Sie gerade?)”
Performance, Juni 2007, Elfquadratmeter, Berlin

Foto: Dirk Dobbrow
Foto: Dirk Dobbrow

Ein weißes Opfer einer unbekannten Tat schlendert durch den Marienburger Kiez und fragt neugierig die Leute, worüber sie sich unterhalten. Viele von ihnen fühlen sich in der Intimität ihres Gesprächs gestört, einige Fragen zurück, ob sie irgendwie helfen können.


Fotos: Christina Griebel

Ich trug ein weißes Kleid, das den Bauch frei ließ,
ein breites Haarband und einen Spiegel auf der Stirn.
Von unter der Brust tropfte falsches Blut.
Ich ging durch den Galerievorraum nach draußen
und mischte mich in Gespräche ein:
Worüber sprechen Sie gerade?
Und was haben Sie dabei gedacht?
Wie hat sich das angefühlt?
Ich bewegte mich in einer Runde um den Wohnblock,
ging die Immanuelkirchstraße, die Winsstraße,
die Marienburger und die Greifswalder Straße entlang
bis zurück zur Galerie. Ich sprach Leute vor dem Spätverkauf,
in Restaurants und auf der Straße an, stoppte zwei Autos,
in denen sich nichts unterhalten wurde, sprach mit einem
Kind, das gerade eine Maske gebastelt hatte,
wurde von drei Leuten gefragt, ob sie
mir helfen könnten, ob ich einen
Krankenwagen brauche.


Materialien: Stoff, Plastikflasche, Theaterblut
Dauer der Performance: eine Stunde