Mit ‘Berlin’ getaggte Artikel

Rosen und Jugend

Mittwoch, 16. Dezember 2009

„Rosen und Jugend“, Installation im November 2009 im Uhrwerk, Kolonie Wedding, Berlin

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Ein halbdurchsichtiges Sommerzelt, insektensicher, und selbst wie ein Kokon, lädt dazu ein, sich hineinzulegen und über das jünger und älter werden nachzudenken. Je tiefer man sich aber in dieses Zelt hinein ausstreckt und die Seele dabei aufatmen lässt, umsoviel jünger fühlt man sich.

Fotos: Agnes Domke

Ein Zelt aus Holzstäben und Gazevorhängen mit Kissen darin enthält viele Stadien einer Menschwerdung. In seinem Himmel hängen Gegenstände meiner Kindheit, die mit Texten verbunden sind, Geheimnissen, Kindheitserinnerungen. Über Kopfhörer hört man einen Text, der Lichter auf die Lebensjahre meiner Jugend und des Erwachsenwerdens wirft.

Material: Holzstäbe, Gardinen, Kissen, Stoff, Birkenrinde, Schallplatte, Gitarrensaite, Pappwürfel, Plastikwürfel, Waschlappen, Stoppuhr, Wecker, Klebertube und andere Gegenstände aus Papier, Karton und Holz

Schutzmantelmadonna

Freitag, 11. September 2009

„Schutzmantelmadonna“, Installation, September 2009, Loophole, Berlin Neukölln

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In den Auslagen eines vormaligen Bordells thront eine Schutzmantelmadonna. Erst wurde in der Wand beim Renovieren ein Loch gefunden, das bald die Ausmaße einer Grotte annahm und in dem, offenbar wie im Zeitraffer, Farben wuchsen wie anderswo über Zeitalter hinweg Edelsteine. Der Ort wurde zu einem Wallfahrtsort umso mehr, als die Madonna unter ihrem Mantel Schutz und Überlebensratschläge bietet.

Audiofile: SchutzMantelMadonna-MP3

Fotos: Agnes Domke

Die Madonna ist dem Vorbild einer ukrainischen Maphorionikone nachgebildet. Ihr Mantel hat ungefähr die Größe eines gemütlichen 2- Personenzeltes (Durchmesser: 2,5 Meter, Gesamthöhe 2,70 Meter). Im Mantel befinden sich Sitzkissen. Man kann es sich dort gemütlich machen und sich die Audiofiles anhören (ein Gespräch über Kunst und Prostitution und einen Traumtext, zu hören über je einen CD-Walkman mit Kopfhörern).In ihrem Rock sind Spruchbänder angebracht, die Tipps geben, was im Falle eines Nervenzusammenbruchs zu tun ist.
Es ist eine Schutzmantelmadonna für Künstler, Prostituierte und Wahnsinnige.

Materialien: Draht, Pappe, Stoff

Die Letzte Tür

Montag, 02. Januar 2006

„Die Letzte Tür“, Installation und Performance im Januar 2006 in der Alten Moschee Kreuzberg in Berlin/ Gemeinschaftsarbeit mit Christian Richter

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Diese Aktion fand am Ausgang des Winters statt und war dazu gedacht, den Tod in sich selbst zu überwinden. Man entledigt sich eines inneren Ballasts und schreitet in nicht ganz ungehinderter Art durch eine Tür. Durch diesen Prozess geläutert, betrachtet man die Welt dahinter mit ganz anderen Augen.

Fotos: Derek Szteliga

Eine Tür wurde zum Ausgangspunkt für meine Installation. Dort fand eine Art Abfertigung durch einen Engel (Christian Richter) und den Tod (durch mich verkörpert) an einer fiktiven letzten Tür statt. Die Leute werden gefragt, ob sie vielleicht einmal probeweise durch diese eine letzte Tür gehen möchten. Zur Beruhigung wird ihnen versichert, dass eine Wiederkehr jederzeit möglich ist. Sie müssten nur vorher einen kleinen Fragebogen ausfüllen, ihn im Sand vor der Tür vergraben um dann die Tür zu passieren. Der Engel wünscht ihnen noch glückliche Reise. Sie passieren die Tür und verfangen sich dahinter in einem Labyrinth aus weißen Tüchern um sich daraufhin mitten im nächtlichen Kreuzberg wieder zu finden (der jenseitigen Welt). Ihnen durch die Scheibe freundlich zuwinkend begleitet sie der Tod auf dem Weg zur Eingangstür zurück und alles kann noch einmal von vorn losgehen.

Materialien: Stoffe, Sand, Papier, Rollschuhe, Tisch und Stuhl

Ort/Rahmen:  Gruppenausstellung „A very public display“ in der Alten Moschee in Berlin- Kreuzberg

Ein Gebäude aus den Achtziger Jahren, das vormals eine Moschee war, liegt im Herzen Kreuzbergs in einem Schmuddelbezirk, wo es viele Einwanderer, Händler, Drogensüchtige und Kriminelle gibt, aber auch Studenten und Revolutionstouristen. Auf den Straßen ist immer eine Menge los.
Das Gebäude hat Zugänge von mehreren Seiten. Meine Installation befand sich in einem Saal auf der ersten Ebene, die über Treppen von der Straße und von der Rückseite des Gebäudes  her erreichbar war. Der Saal maß im Durchmesser etwa 15m und bestand rundum aus Glaswänden. Der Boden war mit blauem Teppich bespannt.